Psychowissenschaftliche Grenzgebiete
 
Thema: Bruno Gröning - seine aufsehenerregenden Heilungen und sein tragisches Ende (2)


   

Grönings Wirken auf dem Traberhof bei Rosenheim

Als Gröning noch in Herford wirkte, hatte ihm ein Leo Harward, Besitzer des Traberhofes (Gestüt) in Happing bei Rosenheim (Bayern), geschrieben und um Hilfe für seine seit 10 Jahren gelähmte Schwägerin gebeten. Wenn Gröning käme, würde er seinen Traberhof zur Verfügung stellen, um eine Heimstätte für alle Heilungssuchenden zu schaffen. Diese Einladung nahm Gröning an. Nach einem kurzen Zwischenstopp am 19. August 1949 in München fuhr er am 21. August zum Traberhof. Dort sollten nicht nur Kranke geheilt werden, sondern auch dokumentierende Filmaufnahmen erfolgen.

Auf dem Traberhof stellten sich in kurzer Zeit die gleichen Verhältnisse wie in Herford ein, d. h. in großen Massen kamen die Heilungssuchenden, um Gröning persönlich zu erleben. Am Abend des 28. September 1949 hatten sich viele hundert Menschen vor dem Wohnhaus des Traberhofes versammelt und warteten auf das Erscheinen Grönings und den Augenblick seiner Heilkraftwirkung.

Der Rosenheimer Zeitungsblitz (6) berichtete:

"Nun ist die Dämmerung vollends hereingebrochen. Von allen Seiten flammen die Jupiterlampen auf, die Filmapparate beginnen leise anzulaufen. Jeder andere Laut verstummt völlig und alle Blicke richten sich zum Balkon, auf dem nun um 20.15 Uhr Herr Gröning in den Kreis seiner Gastgeber, Mitarbeiter und Geheilten tritt. Minuten tiefster Stille folgen, in denen der große Helfer der Menschheit die Hände faltet und zum Himmel blickt. Dann stellt er den vollständigen Kontakt mit seinen gläubigen Heilungssuchenden her, indem er jedem Einzelnen in das erregte Gesicht sieht.

Nun beginnt Gröning mit jener warmen, sympathischen Stimme, die so viele zu fesseln vermag, einfache und voll tiefster Gläubigkeit getragene Worte zu sprechen:

'Meine lieben Heilungssuchenden! Wie jeden Tag so auch heute, finden sich Menschen hier ein, arme und gequälte Menschen, die Heilung suchen und auch finden werden. Aber auch solche, welche die reine Neugierde hierher trieb, einzelne die es selbst wissen, daß sie Skeptiker sind. Ich fühle das ganz genau und ich bitte Sie, Ihre Gedanken mehr abzudecken und sich erst von den Tatsachen zu überzeugen. Es handelt sich hier nicht um Schaukünste und billige Vorführungen von Wundern, dazu ist die Stunde zu ernst und das Leid der Menschen um mich herum zu groß.

Ich habe niemanden hierher gerufen im Gegenteil, ich habe Sie gebeten abzuwarten bis zu dem Tage, wo Ihnen die Hilfe in geordneten Verhältnissen zuteil werden kann. Wer nicht an mich glaubt, der braucht nicht mehr zu kommen!

Ich weiß, daß viele unter Ihnen schon in diesem Augenblick einer Heilung entgegengehen! Ich beabsichtige, hier in Oberbayern zu bleiben und ich bitte Sie, haben Sie Geduld, bis mir die Erlaubnis zur öffentlichen Heilung erteilt wird und die Heilstätten erachtet sind. Ein Recht auf Heilung aber hat nur der, der den göttlichen Glauben in sich trägt. Leider gibt es Menschen, die seit Jahren diesen verloren oder in den Schmutz gezogen haben. Ich gebe Ihnen zu wissen: Der alleinige Arzt, der Arzt aller Menschen ist und bleibt unser Herrgott! Nur er allein kann helfen. Er hilft aber nur Gläubigen, die gewillt sind, ihr altes Leiden von sich zu werfen. Sie brauchen nicht an den kleinen Gröning zu glauben, aber Zutrauen müssen Sie zu mir haben. Nicht ich will Ihren Dank, sondern Gott allein gebührt er, ich tue nur meine Pflicht.

Da Sie ja nicht aufgeklärt sind, gebe ich Ihnen zu wissen, daß Sie die Angst und das Geld zu Hause lassen können, aber Ihre Krankheit und viel Zeit immer mitbringen müssen, um die ich Sie dann beraube. Sie alle sollen Mensch zu Mensch sein, nicht gehässig, nicht falsch, niemandem etwas Schlechtes tun und nie neidisch sein. Das beste und größte Geschenk in diesem Erdenleben ist nicht Reichtum, nicht das Geld, sondern die Gesundheit, die mehr wert ist als alles Gut der Erde. Sie haben von meinem Mitarbeiter gehört, wie Sie sich verhalten sollen, damit Sie die größtmögliche Wirkung an sich verspüren. Ich will hier keine öffentliche Heilung vollziehen! Ich muß erst zuverlässig wissen, daß ich öffentlich helfen darf. Doch ist es bisher immer so gewesen, daß Menschen, die sich in meiner Nähe befanden, schon gesundet sind. Sie brauchen mir Ihre Leiden nicht aufzuzählen, ich sehe durch Sie hindurch und weiß alles von Ihnen!'

Herr Gröning zeigte nun an einigen einfachen Proben seine Beeinflussungskraft, die durch Zuruf ihre Bestätigung fand und fuhr dann fort:

'Es hat nun jeder das empfangen, was er haben wollte; doch nur der, der sich mit seinem Herrgott verbunden fühlte. Ich will von hier aus, als der Urzelle, wenn alles glückt, mehrere Heilstätten in engster Zusammenarbeit mit den Ärzten errichten, um Ihnen allen zu helfen. All denen, die für Ihre erkrankten Angehörigen zu mir kamen, will ich sagen: Ich bin schon bei ihnen!

Wenn Sie nach Hause kommen, werden Sie feststellen, daß der Kranke nicht mehr genau derselbe ist, als den Sie ihn verlassen haben!'

Lang anhaltender Beifall dankte dem selbstlosen Mann für seine Worte."

 

 

Zustimmung des Polizeipräsidenten

Da trat völlig unerwartet und spontan der Münchener Polizeipräsident Pitzer aus dem Hintergrund:

"Meine lieben Rosenheimer! Ich spreche hier zu Ihnen aus meinem heutigen persönlichen Erlebnis. Ich bin hierher in erster Linie als kranker Mensch gekommen, aber auch als bayerischer Beamter und Beobachter. Ich habe nie in meinem Leben eine derart hervorragende Diagnose, selbst nicht von berühmtesten Professoren, erhalten wie hier von Herrn Gröning in wenigen Augenblicken, ohne daß er meinen Körper auch nur berührte. Ich persönlich glaube fest an meine Heilung und ich trage bis zu den höchsten Regierungsstellen hinauf die Verantwortung für das, was hier geschieht, ob es nun gewissen Herren, Sie wissen schon, welche ich meine, in ihren Kram paßt oder nicht. Das Entscheidende ist, daß den Kranken geholfen wird. Ich stehe seit vier Jahren Tag und Nacht im Einsatz und habe mir ein schweres Leiden dabei geholt, für dessen Heilung ich schon ein halbes Vermögen vergeblich geopfert habe. Ich spreche für mich und für Sie alle, und es soll überall gehört werden, weil ich für alle anständigen Menschen gesund bleiben muß. Ich danke Ihnen, Herr Gröning, für ihre Hilfe. Möge der Herrgott Ihnen die Kraft verleihen, daß Sie all den vielen Menschen helfen können, die mit starkem Glauben und aufgeschlossenem Herzen zu Ihnen kommen.

Haben Sie weiterhin restloses Zutrauen an die Heilkunst Grönings und helfen Sie alle mit, die letzten Schwierigkeiten zu überwinden. Mein Freund im Landtag wird dafür Sorge tragen, daß eines Tages, vielleicht schon bald, Herr Gröning die Heillizenz erhält."

Hierauf ergriff Landtagsabgeordneter der CSU Hagn das Wort:

"Ich wollte eigentlich nicht sprechen, weil ich der Angelegenheit Gröning sehr skeptisch gegenüber stand und wollte mich persönlich überzeugen von dem, was hier vorgeht. Ich habe heute soviel Erschütterndes erlebt, daß mir die Worte fehlen, dies zu schildern. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen. Ich bitte Sie alle, glauben Sie an die Berufung des Herrn Gröning!" –

Wiederum brauste stürmischer Beifall der erregten Menge auf.

 

Pressekonferenz

Einige Tage später wurde, nach zeitweiliger Abwesenheit Grönings, im Spielsaal des Traberhofes bei Rosenheim eine erste Konferenz der gesamten bayrischen Presse abgehalten, die in ihrem Verlaufe als Abschluß der Aufnahmen zum Dokumentarfilm von der Engler Film AG filmisch festgehalten wurde.

Zunächst sprach ein Münchner Arzt, Dr. Zetti, der rückhaltlos den Weg zu Gröning fand, und der sich dagegen wandte, dem großen Meister der Heilkunst, etwa in einer Klinik, die ihm fehlenden Grundlagen der Anatomie beizubringen. Er sagte dann wörtlich:

"Wir Ärzte können und müssen sehr viel von Herrn Gröning lernen, denn es ist an Hunderten von Fällen einwandfrei bewiesen, daß der kleine Gröning dort geholfen und völlig geheilt hat, wo die Wissenschaft und ärztliches Können bereits versagten. Nicht, wie geheilt wird, sondern daß geheilt wird, das ist die These und Forderung des Tages!"

Der juristische Berater Grönings, Herr R. A. Dr. Roedel, teilte der Presse mit:

"Es gibt kein Recht, Grönings Heilmethode zu untersagen, da er ja vorwiegend dort hilft, wo bisher jede ärztliche Kunst erfolglos blieb. Die Beunruhigung der Bevölkerung besteht zu Recht. Der große Helfer der Menschheit wird Deutschland verlassen, wenn ihm auch im Land Bayern die Heiltätigkeit von Amts wegen untersagt wird. Man kann ferner von einem Mann wie Gröning nicht verlangen, daß er nur um einem bürokratischen Gesetz zu genügen, monatelang als Krankenwärter in einer Klinik praktizieren muß, während in dieser Zeit Hunderttausende von Menschen durch seine Heiltätigkeit Genesung erhalten könnten. Wir Juristen werden einen gesetzlichen Weg finden, um Herrn Gröning so schnell als möglich ein freies Schaffen zu gewährleisten."

Dann sprach Gröning selbst und bat die Pressevertreter, durch wahre, objektive Berichterstattung, frei von aller Sensationslust und Profitjägerei, den armen Menschen zu helfen und Hilfesuchende oder schon Geheilte nicht wieder durch entstellte Berichte in schwerste seelische Bedrängnis zu bringen.

"Den Ärzten rufe ich zu', so fuhr Gröning fort, 'lassen Sie mir diese armen Menschen, die Sie bereits abgeschrieben haben, denen Sie nicht mehr helfen können, denn gerade bei diesen aussichtslosen Fällen sind bisher die ersten und größten Heilerfolge festzustellen gewesen!'

Meine Kraft ist keine menschliche, sondern eine göttliche, mit der ich lebe und sterbe. Ich helfe jedem, der an unseren Herrgott glaubt. Aber ich denke nicht daran, mich noch einmal einer medizinischen oder wissenschaftlichen Prüfung zu unterziehen, denn die Beweise meiner Heilkraft habe ich schon hundert- und tausendfach gegeben.

Überall, wohin ich komme, sind Tausende Menschen, denen ich helfen soll und will, überall aber auch, wohin ich komme, taucht das Wort Verbot auf! Ich habe von Anfang an mit zwei namhaften Ärzten zusammengearbeitet, welche die Voruntersuchung vornahmen und dann die Heilung einwandfrei bestätigt fanden. Auf diese Weise soll auch in den zu errichtenden Heilstätten verantwortungsvoll gearbeitet werden. Das, was ich bisher für die Kranken tun konnte, war nur fünf Prozent meiner Heilkraft.

Trotzdem bin ich kein Arzt und Wunderdoktor, sondern ich bin und bleibe der kleine Gröning, ein armer Mann in finanzieller Hinsicht, denn ich brauche und nehme kein Geld. Mein Reichtum ist meine göttliche Kraft zu heilen, die mir kein Mensch nehmen kann.

Meine Diagnosen haben bisher hundertprozentig gestimmt, trotzdem ich in vielen Fällen den Kranken gar nicht gesehen habe. Wo immer er sich befindet, vermag ich alles über dessen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu analysieren, denn ich bin in der Lage, Ihnen sagen zu können, was heute, morgen und übermorgen geschieht. Trotz meiner Güte bin ich ein gefangener Mensch, der überall umringt und verfolgt wird von hilfesuchenden Menschen, die Vertrauen zu mir haben, aber auch von solchen, die mich vernichten wollen. Sie alle sollen es wissen, daß es mir viel leichter ist, Tausende auf einmal zu heilen als einen einzelnen Menschen, da ich in besonders gelagerten Fällen dessen Körper durcharbeiten muß."

Trotz der Fürsprache von einigen Ärzten, Juristen und Beamten (Polizeipräsident) bekam Gröning keine amtliche Betätigungserlaubnis. Besonders ungünstig wirkte es sich für ihn auch aus, daß sich "Mitarbeiter" an ihn hängten, die aus ihrer Tätigkeit geldlichen Gewinn zogen. Gröning selbst verlangte ja von den Kranken kein Geld, aber die Mitarbeiter, die für die Organisation zuständig waren und darüber entschieden, wer zu Gröning direkt kommen konnte, ließen sich dafür bezahlen. Dieses ließ er eine Weile zu.

Einer dieser "Manager" war ein Otto Meckelburg, der im Januar 1950 sogar einen Verein zur Erforschung und Förderung Gröningscher Heilmethoden gründete und zu dessen Vereinsvorsitzenden er sich machte. Er genehmigte sich ein Monatsgehalt von über 1000,- DM und zusätzliche Spesen. In skrupelloser Weise suchte er die Hilfesuchenden nach ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit aus. Gröning gibt gemäß Meckelburgs Eingeständnis an, daß dieser durch seine Tätigkeit über 100.000,- DM erwirtschaftet habe (1, S. 177). Erst am 10. Juni 1950 löste er sich von Meckelburg, nachdem er eine bittere Zeit an Lehren und Erfahrungen durchgemacht hatte.

 

 

Kugeln aus Silberpapier an die Kranken

Zu jener Zeit begann er, an seine Zuhörer und Heilungssuchenden kleine Kugeln aus Silberpapier (aus Zigarettenpapier gemacht) zu verteilen. Sie sollten den Eintritt des Heilstroms erleichtern. Auf ihre Bedeutung angesprochen sagte Gröning (1, S. 104):

"Wie die Kirche an ihre Gläubigen Heiligenbilder, Amulette u. a. m. verteilt, um sie damit stets an ihre Lehre zu ermahnen, gebe ich meinen Zuhörern Stanniolkugeln oder -plättchen, um sie immer an meine Worte zu erinnern. Die Kugeln, die ich während meiner Vorträge oder am Schluß derselben an meine Zuhörer verteile, sind das Symbol meiner Anhänger. Was meine Freunde damit machen, bleibt ihnen selbst überlassen. Zum Teil tragen sie die Kugel stets bei sich. Wie andere Bünde oder Vereine eine Nadel, ein Abzeichen oder ähnliches im Knopfloch tragen, so tragen bzw. besitzen meine Freunde ihre Kugel.

Die geistigen Kräfte soll der Mensch, auch der 'aufgeklärte', wieder kennen lernen. Er soll wieder lernen, sie mit Nutzen für sich zu verwenden, für die Wiedererlangung und Erhaltung der göttlichen Ordnung. Durch die fortschreitende Zivilisation verlernt ja der Mensch die Fähigkeit, sich natürlich zu verhalten und die in ihm innewohnenden Kräfte auszunützen und zu mobilisieren. Ich will bei meinen Vorträgen nichts anderes erreichen als das, daß meine Mitmenschen erkennen, daß es zu allererst an ihnen selbst liegt, in ihr Inneres Ordnung zu bringen. Fast alle Menschen müssen einsehen lernen, daß sie den göttlichen Kräften gegenüber blind geworden sind. Daher mache ich alle meine Zuhörer auf die in uns wohnenden natürlichen Kräfte aufmerksam."

 

Vortragstätigkeit

Nach seiner Zeit auf dem Traberhof bei Rosenheim hielt sich Gröning an wechselnden Orten auf und hielt zahlreiche Vorträge über seine Glaubenslehre. Dabei ereigneten sich auch immer wieder aufsehenerregende Heilungen, was ihm bei den späteren Gerichtsverfahren schwer angelastet wurde.

Im folgenden gebe ich einige Äußerungen wieder, die Gröning in bezug auf seine Lehre und Tätigkeit gemacht hat:

"Meine selbstlose Aufopferung, Menschen zu helfen, wird mir nicht immer leicht gemacht. Man stellt mich auch sehr oft und gern vor ein Tribunal. Dieses liegt meines Wissens allein nur daran, daß

    1. Menschen von allen natürlichen göttlichen Kräften nichts mehr wissen, noch daran glauben können und
    2. es auch nicht mehr wollen, da sie ihren Methoden und Versuchen verfallen, es auch nicht dulden können, daß ein von ihnen nicht Geschulter sie im Tun übertrifft.

All diesen Nichtwissern, Nichtskönnern und Nichtsgönnern ist bisher jedes Mittel recht gewesen, mich herabzuwürdigen, indem sie mich des Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz bezichtigten. Von einer Glaubenslehre des Menschen 'Gröning' dürfte deshalb niemals die Rede sein, da nach dem Grundgesetz die Verbreitung jeder Lehre frei und auch unantastbar sei. Daher ist es sehr leicht erklärlich: Gröning muß mit allen Mitteln bekämpft werden, weil auch behördlicherseits erklärt wird, daß ich meinen Lebensunterhalt vom Heilen bestreite. Es wird mir dieses als ein geschäftsmäßiges Gewerbe ausgelegt. Hier eine kurz gefaßte Antwort zu all dem Übel und den entstellten Angaben:

Allen meinen Freunden versichere ich, daß ich weiterhin helfen werde, sooft man mich ruft und benötigt. Trotz aller großen Widerstände und Hindernisse werde ich Sie niemals, auch dann nicht im Stich lassen, wenn mich meine Aufgaben nach den Vereinigten Staaten führen.

Bei diesem Wirken, Menschen zu helfen, geht es nicht um die Person Bruno Gröning, sondern um jeden, der es nötig hat. Wir, d. h. Sie und ich, sind Gott allein zu großem Dank verpflichtet, indem er für uns so viel bestimmt hat, daß wir unseren Nächsten helfen können. Ich bin weiter nichts als ein ganz natürlich gebliebener Mensch.

Auch mein Körper ist Krankheiten ausgesetzt, wenn ich die Unordnung in mir aufkommen lasse.

Tausende meiner Mitmenschen bestätigen mir, daß sie durch mich Besserung oder Heilung erfahren haben, und sind auch bereit, jeden Eid hierfür auf sich zu nehmen. Hiermit sei ihnen allen gesagt, daß sie das Heil an sich selbst, d. h. am eigenen Körper erfahren haben.

Nicht ich heile, sondern ES führt den Menschen durch meine Glaubenslehre zu seinem Heil, und zum anderen lebe ich nicht davon, sondern dafür. In Goethes 'Faust' finden wir die Stelle: 'Es ist ein Teil von jener Macht, die stets das Böse will und doch das Gute schafft.' Aus diesem Grunde halte ich es sogar für sehr notwendig, mich heute schon bei all den Menschen zu bedanken, die mich mit allen, meist frei erlogenen und schmutzigen Mitteln bekämpft haben, daß sie mir geholfen haben, das zu werden, was alle meine Gegner nicht wollten. Heute weiß ich sehr genau, daß ich den Hilflosen wirklich helfen kann und dieses auch tun werde. Ich betrachte es als meine Pflicht und Schuldigkeit, meinen Nächsten aus wahrer Nächstenliebe zu helfen. Selbst Bismarck sagte: 'Wem Gott die Kraft gegeben, den Menschen zu helfen (heilen), dem kann und darf die Polizei sie nicht nehmen.'

Welch ein Mensch hat wohl das Recht, einem anderen, der sein Wissen in die Tat umsetzt, dieses zu verbieten, zumal alles Gute im Göttlichen wurzelt. Für mein Sein müßte sich m. E. die Wissenschaft von heute sehr interessieren, allein schon deshalb, da mein Tun eine Anregung zur Forschung gibt, und zwar für eine Aufgabe von morgen. War es nicht immer schon so, daß der Verstand des Menschen das 'Neue' kritisierte und sogar verspottete, bis sich der wahre Kern durchsetzte und die Wahrheit zur Wirklichkeit wurde.
 
 

Der Glaube gibt die Kraft zur Heilung

Meine Worte, oder besser gesagt, mein Glaube an das Gute gab und gibt mir die Kraft, den Menschen zu helfen. Mit diesem übernimmt der bisher noch Ungläubige den Glauben an seine Gesundheit, was ja nur in Wirklichkeit die göttliche Ordnung ist. So er weiterhin in der göttlichen Ordnung lebt, wird er sich immer frei von jeglichen Beschwerden fühlen und ist somit ein lebensfroh bejahender Mensch, d. h. er bejaht das Gute, Gott selbst. Es wird ihm in Zukunft ein Leichtes sein, jegliche Beschwerden, für die der Körper anfällig geworden ist, abzuwehren.

Christus sagte: 'Nicht ich, sondern dein Glaube hat dir geholfen.' Dieses sagte er jedoch nur deshalb, damit wir an all das glauben sollen, was wir an Gutem nötig haben, und von nun an nicht mehr sündigen. Aus diesem Grunde sage ich sehr oft und gern: 'Nicht ich heile, sondern 'Es' heilt. Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft. - Kurz gesagt, ich tue nur das, was auch jeder tun muß: helfen und nochmals helfen. Immer und immer wieder den Menschen zum Guten raten, zumal er ja das Gute erwartet und nötig hat. Wir Menschen sollten grundsätzlich nach der Lehre Christi handeln, d. h. es einfach so tun, wie er es uns zu wissen gegeben hat. Wenn der Mensch an das wahre Göttliche wieder glauben kann, so wird er das Heil an sich selbst erfahren, wenn er den Glauben in die Tat umzusetzen weiß."

Vor Gericht sagte Gröning am 21. 6. 1956:

"Soll es strafbar sein, wenn ich den Leuten den Weg zeige, wie sie wieder gesund werden und den richtigen Weg dazu finden können? Tausende, die angeblich unheilbar krank sind, könnten gesunden, wenn sie davon wüßten. Ich tue doch nichts anderes, als die Leute darauf aufmerksam zu machen, daß es ganz von ihrem Willen abhängt, ob sie wieder gesund werden, und zeige ihnen, wie sie es anzustellen haben, in ihr Inneres Ordnung zu bringen. Es ist tausendfach bewiesen, daß Leute, die meinem Rat folgten, ihres Lebens wieder froh geworden sind. Das ist doch selbst durch polizeiliche Vernehmungen einwandfrei bewiesen. Ich habe tausende Beweise dafür, daß meine Glaubensvorträge vielen Menschen eine ganz andere und neue Lebenseinstellung gaben. Ich füge doch mit meiner Tätigkeit niemand Schaden zu, im Gegenteil, ich helfe doch überall, wo die Hilfe versagt wurde!

Wenn sich ein Kranker durch die Annahme und das Befolgen meiner Lehre wieder gesund fühlt, dann bitte ich ihn, sich seinen Gesundheitszustand durch eine gründliche Untersuchung von einem Arzt bestätigen zu lassen. Ich halte niemanden davon ab, einen Arzt zu Rate zu ziehen, im Gegenteil, ich rate immer, Ärzte aufzusuchen und Vertrauen zu haben. Wenn ein Kranker zu seinem Arzt Vertrauen hat, ist sowohl dem Kranken als auch dem Arzt geholfen. Oder darf das auch nicht sein?"

 

Am 5. Oktober 1950 sagte Gröning in einem Vortrag in Krailling bei München:

"Meine lieben Heilungssuchenden!

Ich habe heute wieder die Ehre, zu Kranken sprechen zu dürfen. Es ist mir wieder mal ein Verbot auferlegt worden, weil es einzelne Menschen nicht zulassen, daß ich kranke Menschen heile. Es ist nicht zulässig, daß man mir das verbieten kann. Gott sei Dank weiß ich, wer es getan hat und warum. Ich betone ausdrücklich, daß ich noch nie daran gedacht habe, Menschen von meinem Werk abhalten zu lassen, noch mir ein derartiges Verbot auferlegen zu lassen. Ich habe vergangenes Jahr in Herford, als ich das schriftliche Verbot erhielt, gesagt, daß es kein menschliches Gesetz gibt, mir derartiges zu verbieten. Für mich kommt nur ein Gesetz in Frage, und das ist das göttliche, und das verbietet es nicht. Und ich habe gesagt: Wenn man mich in eine Regentonne steckt und mich in die Erde vergräbt: Es geschieht doch, was geschehen soll.

So habe ich, seitdem ich im vergangenen Jahr das schriftliche Verbot erhielt, nicht mehr von Heilung gesprochen. Ich habe aber den Menschen bewiesen, daß ich nicht persönlich vor ihnen stehen muß. Ich habe das in Hamburg, Herford, anderen Orten und am Traberhof bewiesen, indem dort Massenfernheilungen geschahen, obwohl ich mich woanders aufhielt. Keiner von den Menschen, die dort geheilt wurden, wußten, wo ich mich befand... Und deswegen stehe ich heute vorerst vor den armen Menschen als Wegweiser, der den Menschen wieder auf den wahren göttlichen Weg zurückführt. Die Brücke, die zu diesem wahren göttlichen Weg führt, habe ich wieder aufgebaut, über die Sie jetzt gehen."


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